Bei Folsäure handelt es sich um eine synthetisch hergestellte Form von Folat. Such sie nimmt im Körper eine aktive Molekülform an. Allerdings kann der Körper Folsäure besser verwerten als Folate.

Gemüse ist ein super Folsäurelieferant. In unserem Alltag kommen wir dank der Nahrungszunahme sehr schnell auf unseren täglichen Folsäurebedarf von 300 Mikrogramm. Das funktioniert so: In tierischen und pflanzlichen Nahrungsmittel sind viele wasserlösliche B-Vitamine enthalten, genannt Folate. Wenn wir diese in Form von Nahrung aufnehmen, werden sie von unserem Körper in eine aktive Molekülform umgewandelt. Danach übernehmen sie in unserem Körper die Aufgabe der Regulierung von wichtigen Prozessen wie die Zellteilung und das Zellwachstum.

Folsäuremangel bringt gefährliche Risiken mit sich

Zellbildung, Zellteilung und Wachstum – Das sind alles Prozesse, die in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielen und für die man Folsäure braucht. Bei der Mutter kann ein Folsäuremangel während der Schwangerschaft beispielsweise zur Blutarmut führen. Das kommt daher, dass die Bildung von Blutzellen gestört ist. Die Symptome dabei erinnern an eine Eisen-Blutarmut. 

Folgen für das BabyBeim Embryo besteht vor allem ein Risiko auf sogenannte Neuralrohrdefekte. Das Neuralrohr ist die Vorstufe von Gehirn und Rücken, welches sich ungefähr ab dem 17. Tag nach der Befruchtung beginnt zu entwickeln. Gegen Ende der vierten Schwangerschaftswoche verschließt sich das Neuralrohr. Durch eine Unterversorgung an Folsäure kommt es zur Störung dieses Prozesses. Eisenmangel in der Schwangerschaft ist ein großes Problem.

In beiden Fällen entstehen Fehlbildungen, die das Überleben deines Babys in Gefahr bringen. Es gibt zwei Fehlbildungen die oft auftreten: Spini bifida und Anenzephalie. Bei ersterem handelt es sich um einen offenen Rücken, bei letzterem um eine Gehirn-Fehlbildung.

Das Risiko für Neuralrohrdefekte wird um ganze 70 % verringert, wenn die Frau in der Schwangerschaft Folsäurepräparate zu sich nimmt.

Unter Wissenschaftlern und Ärzten wird zur Zeit diskutiert, inwiefern ein Mangel an Folsäure weitere Probleme während der Schwangerschaft auslöst. Möglicherweise ist dieser für Herzfehler, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Harnwegsstörungen verantwortlich und erhöht das Risiko für Herzfehler, Frühgeburten und ein zu niedriges Geburtsgewicht. Zusammenfassend lässt sich auf jeden Fall jeder Schwangeren ans Herz legen, während der Schwangerschaft auf die richtige Einnahme von Folsäure zu achten.

Ernährung in der Schwangerschaft – Obst und Gemüse reicht nicht

Folate sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Besonders Gemüse- und Salatsorten – die man sowieso während der Schwangerschaft aufgrund ihrer Nährstoffe essen sollte – enthalten genug Folate. Problem ist jedoch, dass ein größer Teil der Vitamine beim Kochen zerfällt. Diese sind nämlich sehr hitzeempfindlich und zudem wasserlöslich. Diesem Prozess kann man mit einer schonenden Zubereitung der Lebensmittel entgegenwirken.

Auch in Obst, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen, Sprossen, Weizen- oder Sojakeimen sowie Milchprodukten sind Folate enthalten. Zudem sind diese in Eigelb oder der Leber vorzufinden. Von letzterem sollte Schwangere jedoch lieber die Finger lassen. Die Leber hat einen sehr hohen Vitamin-A-Gehalt. Dieser kann fruchtschädigend wirken. Eine Vielzahl an Folaten werden dem Körper also auch bei einer vegetarischen Ernährung hinzugefügt.

Trotz einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gelingt es meist nicht, durch natürliche Nahrung genügend Folsäure in der Schwangerschaft zu sich zu nehmen. Empfehlenswert ist deshalb die Einnahme von speziellen Folsäurepräparaten, die es in der Apotheke zu kaufen gibt.

Wie viel Folsäure sollte eine Schwangere zu sich nehmen?

In der Schwangerschaft steigert sich der Bedarf an Folsäure um 250 Mikrogramm. Pro Tag wird einer schwangeren Frau empfohlen, 550 Mikrogramm zu sich zu nehmen. Auch während des Stillens benötigt der Körper der Mutter noch 450 Mikrogramm Folsäure.

Mit der Einnahme der Folsäurepräparate sollte man spätestens vier Wochen vor der Empfängnis beginnen. Frauen, die planen eine Familie zu gründen, können direkt nach dem Absetzen der Verhütungsmittel damit beginnen. Innerhalb der gesamten Schwangerschaft dürfen also die Folsäurepräparate eingenommen werden. Wer die Möglichkeit hat, ab dem ersten Tag der Schwangerschaft mit der Einnahme von den Präparaten beginnen zu können, sollte dies auf jeden Fall tun.

Damit aufhören solltest du achts bis zwölf Wochen nach der Empfängnis. Hierbei musst du beachten, dass auch eine stillende Frau eine überdurchschnittliche Menge an Folsäure benötigt.